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SIP und IPv6

32 Bit reichen nicht

Das Internet wächst unaufhaltsam. Dementsprechend werden die Probleme größer. Während Nordamerika das Löwenstück an Adressen erhalten hat, müssen die meisten anderen Länder sparsam mit dem knappen Gut "IP-Adresse" umgehen. Die Einführung von privaten Adressen und NAT ist für Voice over IP ein großes Problem. Diejenigen die schon einmal "One-way audio" (Audio nur in eine Richtung) erlebt haben, wissen dass die Tricks zur Umgehung von NAT nicht wirklich eine brauchbare Lösung darstellen. Und spätestens wenn al 2,5 Milliarden Handys endgültig ins Internet gehen wird klar dass IPv4 ausgedient hat. Es gibt keine Alternative: Die Internet-Welt wird schon bald auf die nächste Generation umsteigen müssen: IPv6.

IPv6 ist mehr als nur mehr Adressen

Mit der Erweiterung des Adressraums werden bei dieser Gelegenheit einige weitere wichtige Korrekturen eingeführt. Zu der Zeit als IPv6 spezifiziert wurde, war den Ingenieuren bekannt, dass ein Großteil des transportierten Volumens Telefongespräche sind. Daher ist IPv6 viel besser geeignet, einen Strom an Daten anstatt nur immer einzelne Pakete zu transportieren. Und so wurde auch das gute alte PPP erweitert (PPPv6), um RTP besser zu transportieren. Die RTP, UDP and IP Header werden zusammen auf lediglich 8 Bit komprimiert, so dass es endlich Sinn macht Audiodaten zu komprimieren.

Aber auch bei der Vergabe von IP-Adressen hat sich einiges geändert. Die Programme der Zukunft werden mit mehreren IP-Adressen klarkommen müssen. Neben IPv4-Adressen werden verschiedene IPv6-Adressen für die verschiedenen virtuellen Netze erforderlich sein, in denen sich ein Rechner befinden kann. DNS wird eine viel größere Rolle spielen, da kein Mensch die langen IPv6-Adressen eintippen will. Mit all dem muss eine IPv6-PBX klar kommen.

Der Druck auf die Service-Betreiber wächst. Mit der Einführung von Microsoft Vista verbreitert sich derzeit die Anzahl der IPv6 Knoten im Netz dramatisch. Durch IPv6 ergibt sich für sie jedoch auch zusätzliches Umsatzpotential, wenn sie den Kunden unterschiedliche Klassen anbieten können oder sogar SIP auf der Applikationsebene verstehen. Dadurch kann der ISP (Internet Service Provider) schlagartig zum Carrier oder ITSP (Internet Telephony Service Provider) werden.

IPv6 ist machbar

Die Zeiten sind vorbei zu denen IPv6 im Laborstadium ist. Microsoft Vista hat einen neuen TCP/IP-Stack, der im Kern auf IPv6 basiert. Linux-basierte Systeme unterstützen ebenfalls seit geraumer Zeit IPv6, und BSD als Vorzeigebetriebssystem im Bereich Netzwerke ist seit langem "IPv6-ready".

Die pbxnsip PBX unterstützt IPv6 seit der Version 2.1.3. Dabei wird ein "dual-stack" Mode verwendet, der automatisch entscheidet ob ein Paket über IPv4 oder IPv6 transportiert werden soll. Das macht es wesentlich einfacher, schrittweise IPv6 einzuführen. So können beispielsweise SIP-Telefone noch im LAN im IPv4-Mode laufen, wenn die SIP Trunks bereits im IPv6-Mode operieren. Die PBX übersetzt automatisch SIP und RTP-Datenströme zwischen IPv4 und IPv6. Auch die anderen Protokolle die HTTP, TFTP, DNS oder SNMP können im IPv6-Modus betrieben werden. Die PBX ermittelt automatisch welche Adressen verfügbar sind, so dass der Administrator sich um die Details keine Gedanken machen braucht.

IPv6 ist ein Muß für neue Produkte

Die Einführung von IPv6 ist vergleichbar mit der Jahr 2000-Wende. Während es jedoch für das Jahr 2000 einen festen Zeitpunkt gab zu dem alle Systeme umgestellt sein mussten, wird die Umstellung auf IPv6 immer weiter hinausgeschoben—bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus. Allen ist klar, dass die Umstellung kommt, aber keiner will der erste sein.

Für Neuanschaffungen von wichtigen Netzwerkkomponenten kann nur geraten werden, auf die Möglichkeit für den Betrieb im IPv6-Mode zu achten. Andernfalls dürften zum Zeitpunkt der Umstellung erhebliche Kosten für die Neuanschaffung von Software und Hardware anfallen.

 

   
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